Deshalb “Wissen in Aktion”
Südwestfalen zeichnet sich durch eine hohe Innovationskraft sowie ein besonders qualifiziertes Fachkräftepotenzial im produzierenden Sektor aus. Gleichzeitig ist Südwestfalen als ländlich-industrielle Region stark von aktuellen Megatrends wie dem demografischen Wandel betroffen. Alternde Belegschaften und ein sich verschärfender Fachkräftemangel erhöhen das Risiko, dass wertvolle Expertise mit ausscheidenden Mitarbeitenden verloren geht.
Besonders betroffen ist dabei das Handlungswissen (“knowing how”) – also die Fähigkeit, komplexe Prozesse und Verfahren sicher, effizient und innovativ umzusetzen. Dieses Wissen wird häufig informell im Arbeitsalltag weitergegeben und ist nur schwer dokumentierbar.
Ziel des WiAk Projekts ist es, wertvolles Erfahrungswissen von Beschäftigten in produzierenden Unternehmen in Südwestfalen langfristig zu sichern und lebendig weiterzugeben. Im Fokus steht dabei nicht allein der Einsatz digitaler Technologien zur Wissenssicherung, wie z.B. der Einsatz von Augmented Reality Anwendungen oder digitalen Assistenzsystemen, sondern vor allem die Förderung eines offenen Sharing Spirits, der Mitarbeitende motiviert, ihr Wissen und ihre Expertise zu teilen und gemeinsam weiterzuentwickeln.
Wie wird das Projekt umgesetzt?
Das WiAk-Projekt verfolgt einen ganzheitlich-soziotechnischen Ansatz, der technologische, menschliche und organisatorische Aspekte des Expertise-Sharings miteinander verbindet.
Gemeinsam mit Unternehmen aus dem produzierenden Gewerbe werden praxisnahe Lösungen zur Sicherung und Weitergabe von Erfahrungswissen entwickelt und erprobt. Dabei kommen sowohl digitale Technologien (z. B. Assistenzsysteme oder AR-Anwendungen) als auch partizipative Formate zum Einsatz, die den Austausch von Expertise im Arbeitsalltag fördern. Ein zentraler Fokus liegt auf der aktiven Einbindung der Beschäftigten und der Entwicklung übertragbarer Konzepte für die betriebliche Praxis.
Was bringt das Projekt Unternehmen der Region?
Das Projekt Wissen in Aktion (WiAk) leistet einen wichtigen Beitrag zur nachhaltigen Sicherung der industriellen Wettbewerbsfähigkeit Südwestfalens. Gleichzeitig stärkt das Projekt WiAk Südwestfalen als zukunftsfähige Industrieregion, indem es den Wissenstransfer fördert, Innovationspotenziale hebt und neue Formen der Zusammenarbeit zwischen Mensch, Technologie und Organisation etabliert. Das industrielle Wissen der Region wird so als strategische Ressource nutzbar gemacht und bildet eine Grundlage für nachhaltige Wertschöpfung, Beschäftigung und Standortattraktivität.